Pilotveranstaltung zu Torgrößen und Bande bei den Hallenkreismeisterschaften

Am 7. Februar 2026 fand ein auffallendes Hallenturnier im Juniorenbereich statt: Vier A-Juniorenmannschaften testeten in zwei Phasen die bisherigen Futsal-Regeln mit beidseitiger Bande sowie unterschiedliche Torgrößen (Hinrunde: 5-Meter-Tor, Rückrunde: Handballtore). Ziel war es, das Spiel praxisnaher zu gestalten, ohne auf Kampfgeist oder Ballfütterer-Quoten zu setzen.
Der Kreisjugendausschuss Nürnberg/Frankenhöhe bedankt sich bei den vier teilnehmenden A-Juniorenmannschaften von:
- (SG) Berna/Bergel/Windsa
- DJK Sparta Noris Nürnberg
- TSC Neuendettelsau
- TSV Neustadt/Aisch
Auch trugen die beiden Schiedsrichter Kevin Hegwein (RSV Sugenheim) und Jesko Illner (SV Losaurach) mit ihrer souveränen Spielleitung maßgeblich zum Gelingen dieses Turniers bei.
Qualität vor Masse – technisch sauberes Spiel

Die teilnehmenden Teams zeigten eine bemerkenswerte Technik- und Passgenauigkeit. Statt reinen “Balleroberungs”-Aktionen stand präzises Passspiel, Raumaufteilung und schnelle Kombinationsmomente im Vordergrund. Die Einbindungen der Bande förderten kurze, klare Passwege sowie cleveres Umschalten, wodurch sich wiederholte Ballkontakte in aussichtsreiche Situationen verwandelten. Insgesamt blieb das Spielniveau hoch, Tore entstanden nicht nur durch Distanzschüsse, sondern durch strukturierte Offensivaktionen und feine Ballführung im Mittelfeld.
Spielzeit dank Bande realistischer
Ein zentrales Ergebnis des Experiments: Die Bande vergrößerte die reale Spielzeit von Anpfiff bis Schlusssirene merklich. In der regulären HKM mit U19-Mannschaften lag die Spielzeit bei 13:27 Minuten, während das Pilotprojekt eine Spielzeit von 12:38 Minuten von Anpfiff bis Schlusssirene zeigte – deutlich näher an der regulären Länderspiel- bzw. Meisterschaftsdauer. Die Aufschläge und Abspiele liefen flüssiger, Unterbrechungen waren seltener, und die Spielzeit blieb insgesamt homogener über die Spielhälften hinweg.
Weniger Fouls, disziplinierte Begegnungen
Die neue Konstellation reduzierte Fouls und persönliche Strafen im Vergleich zur üblichen HKM, wenngleich das System kleinerer Torgrößen und die Bande zusätzliche Reibungspunkte bieten konnte. Insgesamt wurden 28 Fouls in 12 Spielen registriert, während in der normalen HKM bei vergleichbarer Spielzeit sind es im Schnitt über 20 Fouls in 10 Spielen. Zeitstrafen blieben moderat: Drei Zeitstrafen in der Pilotphase standen vier Zeitstrafen in der normalen HKM gegenüber – ein Indiz dafür, dass Intensität und Fairness miteinander vereinbar bleiben, ohne die Spiele unverhältnismäßig zu verlangsamen oder zu blockieren.
Mehr Tore – aber durch Vielfalt, nicht nur Fernschüsse

Die Rückseite der Statistik: Mehr Tore als gewohnt entstanden – jedoch nicht allein durch Fernschüsse. Die taktische Variation, bessere Ballführung am Bande und Raumschaffung führten zu diversen Trefferarten: Zusammenspiele aus der Halbfeldsituation, gezielte Durchbrüche durch die Abwehrketten und präzise Abschlüsse aus engerer Distanz. Der Spielaufbau zeigte mehr Tiefenwirkung, ohne dass der Balldurchsatz in hektischer Abkürzung endete.
Ausblick
Die Ergebnisse lassen hoffen, das Potenzial eines hybriden Spielmodells zwischen Futsal und Hallenfußball weiter zu erforschen. Technische Qualität, disziplinierte Spielweise und realitätsnahe Spielzeiten könnten als Bausteine dienen, um Trainingseinheiten und Wettbewerbe künftig noch wettbewerbsfähiger und attraktiver zu gestalten. Weitere Beobachtungen, Analysen und ggf. Anpassungen der Regelvarianten sind geplant, um das System weiter zu optimieren.
Auswertung des Fragebogens
Die Anwesenden wurden gebeten einen Fragebogen auszufüllen. Nachstehend die Ergebnisse dazu:


